Hier mal wieder ein Repost vom
Braunen Mob.
Mal wieder hat Sarrazin sich geäußert, diesmal sogar ein ganzes Buch mit seinem rassistischen Müll herausgebracht. Und wie könnte es anders sein, lassen sich seine Komplizen nicht lumpen und promoten sein rassistisches (ich schätze mal das Buch ist voll von Rassismen, Sexismen, Heteronormativität und anderen Ärgernissen) Geschwätz unter dem Deckmantel der "freien Meinungsäußerung". Nicht nur, dass er einen
Verlag gefunden hat der das rausbringt (und wohl damit einiges einnehmen wird) auch das
Internationale Literaturfestival Berlin hilft dem guten Thilo gerne und setzt ihn auf ein Podium zur Buchpräsentation. An dieser Stelle freue ich mich auch mal zu berichten, dass ich 2006 ein Praktikum bei eben jenem "internationalem" Festival abgebrochen habe, weil die Arbeit total außbeuterisch war und das Flair doch eher weniger "international" als mensch so vermuten würde. Das die geplante Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt stattfinden sollte wundert eigentlich weniger. Die Pressemitteilung des Intendaten, nach Lautwerden der Proteste, insbesondere durch den
Migrationsrat Berlin/Brandenburg, richtet sich auch nicht explizit gegen die rassistischen Aussagen Sarrazins, sondern mal wieder wird die vermeintliche Polemik seiner Aussagen betont. Schön, dass die Vorstellung dort nicht stattfinden wird, aber jetzt noch mehr als vorher, hat Sarrazin fast schon eine Märtyrerrolle einnehmen dürfen. Thilo, der Mann, der sich traut zusagen, was Sache ist! Bestätigt wird das auch von den üblichen Verdächtigen, denen in Sachen Rassismuskritik leider keinerlei Kompetetenz zugeschrieben werden kann, aber äußern dürfen sie sich trotzdem ständig. Sowohl die gute
Necla Kelek, als auch der bezaubernde Heins Buschkowsky von und zu Neukölln dürfen ihre Stimmen nutzen. Das Frau Kelek alles nicht so schlimm findet war klar (außer den genetisch bilogistischen Teil). Buschkowsky hingegen hat seine Kritik gut maskiert. Es scheint erst so, als wäre wirklich gegen Sarrazins Aussagen, aber vergleicht mensch das mal was der Heinz schon alles vom Stapel gelassen hat, dann scheint seine Kritik doch eher hypokritisch. Sollte er aber wirklich tief in sich gegangen sein und festgestellt haben, dass Rassismus böse ist und auch er in dieses System verstrickt ist, dann will ich ihm nicht Unrecht tun mit meinem Urteil. Es möchte einen auch freuen, dass sogar Angela Merkel, Sarrazin scharf kritisiert, aber auch hier will das Wort Rassismus nicht fallen und das macht es dann doch wieder etwas schwieriger. Denn Rassismus ist -wie immer- überhaupt nicht das Problem! Nicht nur, dass es nicht oder kaum als solcher benannt wird, nicht Sarrazins rassistische Thesen, sondern der Widerstand dagegen ist das
Problem. Rassismus ist normal. Das beweist Sarrazin und sein Buch. Wird einfach so reProduziert, muss sich nicht verstecken und kann sehr schön profitorientiert eingesetzt werden. Widerstand gegen Rassismus ist es allerdings was in breiten medialen Diskursen problematisiert wird, bzw. erst wenn Widerstand gegen Rassismus geübt wird, wird das was vorher so normal und selbstverständlich war, wie auch immer hinterfragt. Die Arbeit als auch den Zwang sich ständig verteidigen, erklären und rechtfertigen zu müssen, haben nicht die Rassisten, sondern die Kritiker.
Es gibt viele Lager die sich damit beschäftigen, was Neues passiert aber dabei nicht. Es gibt Sarrazin/sein Buch, es gibt rassismuskritische Gegner_innen, es gibt Fans von Sarrazins Arbeit und es gibt solche, die finden in einer demokratischen Gesellschaft müsse mensch verschiedene Meinungen dulden, auch wenn diese "
politisch unkorrekt" (O-Ton Ulrich Schreiber!) wären und "
Andersdenkenden" (wie Sarrazin) Raum zugestehen zum naja "denken".
Und was passiert jetzt? Nichts besonderes schätze ich mal. Vielleicht wird Sarrazin aus der Bundesbank und/oder SPD geschmissen, aber selbst dann hat eine mediale Karriere als prominenter "Integrationskritiker" in Aussicht.
Wer noch nicht genug kritisiert wurde ist das Internationale Literaturfestival und ihr Leiter Ulrich Schreiber! Vielleicht einfach mal ein paar Mails schicken an:
info@literaturfestival.com
presse@literaturfestival.com
Update: Der Migrationsrat Berlin Brandenburg hat eine Pressemitteilung verfasst, die explizit das Internationale Literaturfestival Berlin kritisiert. Zu finden hier:
Chronologie Sarrazin beim ILB