Mittwoch, 13. Oktober 2010

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Montag, 6. September 2010

Eventtip: Chantal Fleur Sandjon liest May Ayim


11, September 2010:
May Ayim 3. Mai 1960 - 09. August 1996
Lesung: Texte von May Ayim, gelesen von Chantal-Fleur Sandjon
 
Samstag 11.9.2010 19 Uhr
 
Galerie des Kurt-Schumacher-Hauses
August Bebel Institut
Müllerstraße 163
Berlin-Wedding
(U-/S-Bahn Wedding)
Veranstalter: Berlin Postkolonial e.V. & HM Jokinen
Eintritt frei
 
May Ayim, Dichterin, Wissenschaftlerin, Aktivistin. Mit der Straßenumbenennung des Gröbenufers zu May-Ayim-Ufer wird das Vermächtnis einer Frau gewürdigt, die schon 1993 Straßennamen anprangerte, durch die “Kolonialisten noch immer glorifiziert und Kolonialisierte weiterhin gedemütigt werden”.
 
Mit dieser abendlichen Lesung aus May Ayims lyrischem und wissenschaftlichem Werk bringt uns die Künstlerin Chantal-Fleur Sandjon Ayims Lebenswelt, ihre Träume, Hoffnungen und Ängste sowie ihre Erfahrung von Frausein und Schwarzsein in Deutschland näher.

Infos online.
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12, September 2010:
Kiezpoesie auf kolonialen Spuren
 - Performance & Führung durch Berlins ‘Afrikanisches Viertel’

Sonntag 12.9.2010 10.30 Uhr
Veranstalter: Berlin Postkolonial e.V.
Treffpunkt: Eingang/Foyer Kino Alhambra
Seestraße/Ecke Müllerstraße
Berlin-Wedding
(U-Bahnhof Seestraße) 
Teilnahmegebühr: EUR 5,00
Dauer: ca. 1,5 Stunden
 
Wir bitten um Anmeldung per Email bis Freitag 10.9. an:
info [at] freedom-roads [punkt] de
 
Die Gegend um Berlins ‘Afrikanisches Viertel’ ist in den letzten Jahren zu einem Zentrum der afrikanischen Community geworden. Doch die Straßennamen zwischen Kameruner Straße und Kapstraße ehren nicht afrikanische Staaten, Orte oder Menschen. Bis heute dokumentieren sie Deutschlands einstige koloniale Ansprüche und ‘Schutzgebiete’ in Afrika, deren Bevölkerung zwischen 1884 und 1919 mit Gewalt und Betrug unterworfen, beraubt, ausgebeutet und gedemütigt wurde. Noch immer ehren die Straßennamen mit Peters, Nachtigal und Lüderitz die drei ‘Begründer’ deutscher Kolonien in Afrika.
 
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über ein Erinnerungskonzept für das Viertel und die Umbenennung von drei Straßen lädt unser Team ein zur Reise ‘Von Guinea nach Ghana’, vom brandenburgischen Handel mit Versklavten bis zum Jahr 1958, als hier mit einem Straßennamen das erste afrikanische Land geehrt wurde, das sich von kolonialer Fremdherrschaft befreien konnte.
 
Dabei setzen wir uns nicht nur historisch, sondern auch poetisch-künstlerisch mit Spuren der deutschen Kolonialvergangenheit auseinander. Die Führung von Marie Biloa-Onana und Christian Kopp wird von einer Performance der Künstlerin Chantal-Fleur Sandjon begleitet. Dabei konzentriert sie sich auf Relikte kolonialer Denkmuster in der deutschen Sprachenwelt und dem Berliner Straßenbild. Wo finden sich Kolonialfantasien und Exotisierung noch immer im Alltag wieder? Wie lebt es sich in der Togokolonie im Herzen von Berlin? Und wie könnten Reparationen an die Herero aussehen? Diese und weitere Fragen stellt Sandjon im Rahmen von vier Performances, die diese Führung zu einem außergewöhnlichen Erlebnis machen.

Infos online.

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Dienstag, 31. August 2010

Protest gegen Sarrazin Auftritt beim Internationalen Literaturfestival Berlin

Hier mal wieder ein Repost vom Braunen Mob.

Mal wieder hat Sarrazin sich geäußert, diesmal sogar ein ganzes Buch mit seinem rassistischen Müll herausgebracht. Und wie könnte es anders sein, lassen sich seine Komplizen nicht lumpen und promoten sein rassistisches (ich schätze mal das Buch ist voll von Rassismen, Sexismen, Heteronormativität und anderen Ärgernissen) Geschwätz unter dem Deckmantel der "freien Meinungsäußerung". Nicht nur, dass er einen Verlag gefunden hat der das rausbringt (und wohl damit einiges einnehmen wird) auch das Internationale Literaturfestival Berlin hilft dem guten Thilo gerne und setzt ihn auf ein Podium zur Buchpräsentation. An dieser Stelle freue ich mich auch mal zu berichten, dass ich 2006 ein Praktikum bei eben jenem "internationalem" Festival abgebrochen habe, weil  die Arbeit total außbeuterisch war und das Flair doch eher weniger "international" als mensch so vermuten würde.  Das die geplante Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt stattfinden sollte wundert eigentlich weniger. Die Pressemitteilung des Intendaten, nach Lautwerden der Proteste, insbesondere durch den Migrationsrat Berlin/Brandenburg, richtet sich auch nicht explizit gegen die rassistischen Aussagen Sarrazins, sondern mal wieder wird die vermeintliche Polemik seiner Aussagen betont. Schön, dass die Vorstellung dort nicht stattfinden wird, aber jetzt noch mehr als vorher, hat Sarrazin fast schon eine Märtyrerrolle einnehmen dürfen. Thilo, der Mann, der sich traut zusagen, was Sache ist! Bestätigt wird das auch von den üblichen Verdächtigen, denen in Sachen Rassismuskritik leider keinerlei Kompetetenz zugeschrieben werden kann, aber äußern dürfen sie sich trotzdem ständig. Sowohl die gute Necla Kelek, als auch der bezaubernde Heins Buschkowsky von und zu Neukölln dürfen ihre Stimmen nutzen. Das Frau Kelek alles nicht so schlimm findet war klar (außer den genetisch bilogistischen Teil). Buschkowsky hingegen hat seine Kritik gut maskiert. Es scheint erst so, als wäre wirklich gegen Sarrazins Aussagen, aber vergleicht mensch das mal was der Heinz schon alles vom Stapel gelassen hat, dann scheint seine Kritik doch eher hypokritisch. Sollte er aber wirklich tief in sich gegangen sein und festgestellt haben, dass Rassismus böse ist und auch er in dieses System verstrickt ist, dann will ich ihm nicht Unrecht tun mit meinem Urteil. Es möchte einen auch freuen, dass sogar Angela Merkel, Sarrazin scharf kritisiert, aber auch hier will das Wort Rassismus nicht fallen und das macht es dann doch wieder etwas schwieriger. Denn Rassismus ist -wie immer- überhaupt nicht das Problem! Nicht nur, dass es nicht oder kaum als solcher benannt wird, nicht Sarrazins rassistische Thesen, sondern der Widerstand dagegen ist das Problem. Rassismus ist normal. Das beweist Sarrazin und sein Buch. Wird einfach so reProduziert, muss sich nicht verstecken und kann sehr schön profitorientiert eingesetzt werden. Widerstand gegen Rassismus ist es allerdings was in breiten medialen Diskursen problematisiert wird, bzw. erst wenn Widerstand gegen Rassismus geübt wird, wird das was vorher so normal und selbstverständlich war, wie auch immer hinterfragt. Die Arbeit als auch den Zwang sich ständig verteidigen, erklären und rechtfertigen zu müssen, haben nicht die Rassisten, sondern die Kritiker. 
Es gibt viele Lager die sich damit beschäftigen, was Neues passiert aber dabei nicht. Es gibt Sarrazin/sein Buch, es gibt rassismuskritische Gegner_innen, es gibt Fans von Sarrazins Arbeit und es gibt solche, die finden in einer demokratischen Gesellschaft müsse mensch verschiedene Meinungen dulden, auch wenn diese "politisch unkorrekt" (O-Ton Ulrich Schreiber!) wären und "Andersdenkenden" (wie Sarrazin) Raum zugestehen zum naja "denken".
Und was passiert jetzt? Nichts besonderes schätze ich mal. Vielleicht wird Sarrazin aus der Bundesbank und/oder SPD geschmissen, aber selbst dann hat eine mediale Karriere als prominenter "Integrationskritiker" in Aussicht.
Wer noch nicht genug kritisiert wurde ist das Internationale Literaturfestival und ihr Leiter Ulrich Schreiber! Vielleicht einfach mal ein paar Mails schicken an:

presse@literaturfestival.com

Update: Der Migrationsrat Berlin Brandenburg hat eine Pressemitteilung verfasst, die explizit das Internationale Literaturfestival Berlin kritisiert. Zu finden hier:  Chronologie Sarrazin beim ILB

Mittwoch, 25. August 2010

Protestschreiben gegen einen Auftritt von Thilo Sarrazin im Haus der Kulturen der Welt


Berlin, 24.08.2010

Protestschreiben gegen den Auftritt von Thilo Sarrazin im Haus der Kulturen der Welt

Am 25.09.2010, 18h soll Thilo Sarrazin sein neues Buch „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ (Erscheinungstermin: 30.08.2010 [...] ) im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin im Haus der Kulturen der Welt vorstellen. In dem Werbetext des Verlags heißt es: „Thilo Sarrazin beschreibt (…) die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben. Er will sich nicht damit abfinden, dass Deutschland nicht nur älter und kleiner, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen wird.“
Wir protestieren dagegen, einem Politiker, der aufgrund seiner rassistischen Äußerungen bekannt geworden ist und seine Thesen nun in Buchform präsentiert, eine derartige Plattform im Haus der Kulturen der Welt zu bieten. Sarrazin beschreibt unter Rekurrierung auf eine „aggressive und atavistische Mentalität“ einen Großteil der „Araber“ und „Türken“ als „weder integrationswillig noch –fähig“ und unterteilt Menschen in vermeintlich „produktive“ und „nicht-produktive“ und damit erwünschte und unerwünschte Mitglieder dieser Gesellschaft. Seine Hetze mündet in apokalyptischen Bedrohungsszenarien, in denen insbesondere muslimische Migrant/innen und ihre Nachkommen zu einer Gefahr für das „Abendland“ stilisiert werden. So schreibt Sarrazin in seinem Buch: „Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. (…) Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar.”
Mit der Akzeptanz der Propagierung einer solchen Weltsicht verliert der Gastgeber der geplanten Veranstaltung – das Haus der Kulturen der Welt – jegliche Glaubwürdigkeit in Bezug auf den Anspruch, den es im Namen führt.
Wir wollen nicht stumm dastehen und zusehen!
Wir sind pflichtbewusste Bürger/innen und möchten dieser rassistischen und gesellschaftspaltenden Hetze ein Ende setzen!
Deshalb fordern wir die Verantwortlichen im Haus der Kulturen der Welt und die Organisator/innen des Internationalen Literaturfestivals Berlin auf, Thilo Sarrazin aus ihrem Programm zu streichen, statt ihm bei der Verbreitung seiner menschenfeindlichen Thesen zu assistieren! Gleichzeitig rufen wir alle Autor/innen des Literaturfestivals auf, die Bühne nicht mit einem bekennenden Rassisten zu teilen!
Bitte unterzeichnen Sie dieses Protestschreiben, leiten Sie es weiter und sagen Sie NEIN zum salonfähigen Rassismus und deren Fürsprecher/innen!
Rückfragen an:
Nuran Yiğit (Vorstand)
Migrationsrat in Berlin-Brandenburg
Elena Brandalise (Geschäftskoordination)
Oranienstr. 34 10999 Berlin
Tel.: +49-30-61658755
Fax: +49-30-61658756
www.mrbb.de
info@mrbb.de
*
- Aufruf als PDF
Kontakt zum Haus der Kulturen der Welt:
Tel. + 49 – (0)30 – 397 87 0
Fax +49 – (0)30 – 394 86 79
info@hkw.de
*

Montag, 16. August 2010

Video: Goal Diggers, The Daily Show at World Cup 2010

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10c
World Cup 2010: Into Africa - Goal Diggers
www.thedailyshow.com
Daily Show Full EpisodesPolitical HumorTea Party

Heart of Dorkness: Two White Boys in the Congo

Heart of Dorkness: Two White Boys in the Congo

via Okayafrica writer Vanessa


In this video (“An Innocent Abroad”), the New York Times’ Nicholas (“the great White Savior”)Kristof continues his “Win A Trip” series, in which he brings an American student to Africa to see what the world out there is “really like.” The lessons learned on this trip? Africa’s roads are bad! Very bad!
Interesting how throughout these 7+ minutes we don’t get to hear from any actual Africans. Even when Mitch talks with a group of young men who speak English, we never hear their voices – they don’t make the cut. Yet the random German (read: white) tourists do.
And hey Mitch – when you visit a country (and go on video to talk about it), you should probably be able pronounce its name correctly. Just sayin’.




Oh my,
if you watch this video, please be aware, it will steal 7+ minutes of your life, just saying…
There is so much wrong with this,
starting with the random white dudes in the trip, the absolute absence of any Black voices and/or at least less racist, unreflected, colonial minded white people.
And these two are actually representing the media, I mean Dork junior is going to be a journalist! And yes, Dork Senior is working/writing for The New York Times!
And you ask me why I don´t read any newspapers?
Well, guess it…

What´s Africa got to do with it???


Seit einiger Zeit schon wundern wir uns über die *random* Afrika-Bezüge in der Werbung.
Die WM 2010 in Südafrika hat das nicht besser gemacht...
Und jetzt scheint es als müssten die Afrika-Restposten raus aus den Supermarktregalen und wir freuen uns über "Chakalaka Pizza" von Dr. Oetker oder noch viel besser und auch bio von Söbbeke der "African Cheese Kik", "African Choco Kik" oder "Lust auf Afrika"-Käse und bei allem bleibt die Frage:
WAS ZUM TEUFEL HAT AFRIKA DAMIT ZU TUN????? 
Die Antwort ist erschreckend einfach: NICHTS! 
Afrika ist hier Projektionsfläche für extrem *random* Phantasien, darüber was, wie, wo und wann "afrikanisch" sein soll. Afrika als symbolische Ressource für koloniale Phantasien (entsprechendes Kolonialvokabular in sämtlichen Werbekampagnen zu finden). Von der kolonialen reInszenierten Bilder, die die Werbung benutzt, lässt sich jede Menge darüber ableiten, welche (weißen) Phantasien zu Afrika allseits bekannt, als normal anerkannt, und beliebt sind. 
Worüber diese ganzen Kampagnen/Produkte/Bilderwelten aber garantiert nichts aussagen ist Afrika in der Realität.  
"Lust auf Afrika"- Käse?
Are you people ok???
Schönes Beispiel der extrem *random* "Lust auf Afrika"-Käse, der nicht nur NICHTS mit Afrika zu tun hat, sondern in der beiligenden Werbebroschüre mit so kolonialen Spässen wie "Original Afrikanischen LUSTGEWÜRZEN" wirbt. Und gleich daneben ein Spendenaufruf um den Kindern in Afrika" zu helfen (inklusive obligtorischem "süßem Kind mit netter weißer Nonne"-Bild. 
Progressiv geht anders....


african choco kick joghurt
very random